CD Kritik

Schneller als der Jerk, exzessiver als der Philly Dog, doch wie der Boogaloo tatsächlich getanzt wurde, weiß heute kaum noch jemand. Dass man dabei unmöglich still sitzen kann beweist uns ausgerechnet eine deutsche Band, die sich nach dieser Urform von Funk`n`Groove benannt hat.
Ein „all killers, no fillers”- Debut, bei dem die Fernbedienung nur am Ende zum Neustart benötigt wird, ist so selten wie ein Bikini in Afghanistan und die offensichtliche Leichtigkeit mit der die Band dies zu Stande bringt, wirkt fast schon dreist.

In cleverer Selbstbeschränkung wurde hier vorerst auf Eigenkompositionen verzichtet zu Gunsten höchst eigenwilliger Arrangements von Klassikern und verloren geglaubter Perlen der 60-er und frühen 70-er Jahre, die in dieser Form noch nie interpretiert worden sind.

Mit abgeklärter Coolness wird mit Hörgewohnheiten gespielt, die aber so einfach nicht erfüllt werden. Vielmehr bietet eine wunderbare Melange aus federleichtem Swing und bodenständigen Grooves, fern jeglicher Easy Listening- Klischees, dem intensiven Hörer mindestens ebenso viele positive Überraschungen wie der hip shakin`danceflor crew.

Boogaloo ist mit „Luv´n Crime“ eine transparente Produktion gelungen, die Raum lässt für den unterschwelligen Suspense-Effekt., ein weiterer Pluspunkt dieser rundum gelungenen CD, die Lust auf mehr macht und darauf hoffen lässt, dass die zweite Scheibe nicht allzu lang auf sich warten lässt. Bis dahin hilft nur Eines: Repeat Taste drücken oder Boogaloo live erleben. Satisfaction guaranteed!

Allen Voran (freier Musikjournalist)